Lucy (4,6 Milliarden Jahre)

Von Gwendoline Soublin (Titel im Original: Spécimen)

Übersetzung von Corinna Popp

 

Lucy ist 46, Single und arbeitet seit 4720 Tagen an der Frischetheke im Supermarkt «SuperRiese». Eines Tages beleidigt ihr Chef sie wegen eines belanglosen Fehlers als «Neandertalerin». Von da an ist die Gleichförmigkeit ihres Alltagsrhythmus gebrochen und Lucy gerät in einen Strudel der Zeit. Im Verlauf des nächsten Tages, der nicht ihr 4721. Arbeitstag wird, reist sie 4,6 Milliarden Jahre in die Vergangenheit – bis zur Entstehung der Erde. Der Tristesse ihres Lebens als kleine Angestellte im Kapitalismus entfliehend, rennt sie durch die Zeitalter der Evolutionsgeschichte. Dabei findet sie nicht nur zu sich selbst, sondern erkennt in der Verbindung mit den unterschiedlichsten Lebewesen und mit der Natur die Schönheit und unzähligen Möglichkeiten des Seins.

 

Die Übersetzung entstand im Auftrag des Festivals Primeurs 2024. Die Autorin erhielt für den Text den Prix Primeurs 2024, die Übersetzerin den Literaturpreis Hamburg in der Kategorie Übersetzung 2025.

Aktuelle Termine der Deutschen Erstaufführung am Saarländischen Staatstheater (Inszenierung Sébastien Jacobi).

Zum Programmhefttext der Dramaturgin Bettina Schuster-Gäb geht es hier.

Zum Übersetzungsjournal von Corinna Popp, erschienen im deutsch-französischen Magazin "plateforme", hier.

Die Aufführungsrechte werden vertreten von Felix Bloch Erben.

 


Daddy

Von Marion Siéfert und Matthieu Bareyre

Übersetzung von Corinna Popp im Auftrag des Residenztheaters München.

 

Roter Teppich, Hollywood, Glamour – Mara lebt den Traum, nach dem sich viele Menschen sehnen. Durch das Spiel «Daddy» wird die Dreizehnjährige zum gefeierten Star, zur Schauspielerin, berühmt und reich. Dank des siebenundzwanzigjährigen Julien, der ihr Talent entdeckt und ihr alles verspricht, wonach sie sich sehnt, steigt sie in «Daddy» immer weiter auf. Ihr eröffnet sich eine faszinierende und erschreckend echte Parallelwelt. Die Bühne verwandelt sich in ein virtuelles Spielfeld.  Doch je stärker sie in den Bann gezogen wird, desto mehr verwischen auch die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit: «Hollywood ist tot, aber ‹Daddy› lebt. Es ist für alle da, die von einer perfekten Welt träumen: Einer Welt, in der man glücklich sein kann, in der man seine Träume verwirklichen kann, egal wer man ist.» (Text: Residenztheater)

Aktuelle Termine am Residenztheater München in der Inszenierung von Daniela Kranz.

Die Aufführungsrechte liegen bei der Übersetzerin.


Fiesta

Theaterstück für junges Publikum (9+) von Gwendoline Soublin

Übersetzung: Corinna Popp

„Wenn ich 10 werde, steigt eine Riesenparty, die Party aller Partys, die absolut beste Fiesta!“  Seit Nono klein ist, hat er alles genau geplant: wen er einlädt, die Zitronenbaiser-Smarties-Torte, goldene Papiergirlanden, Jeans ohne Löcher, eine Rede über die Welt … Aber es kommt alles ganz anders. Der Orkan mit dem beeindruckenden Namen "Maria Theresia", der so stark wütet, dass er Chihuahuas, Kinderwägen, ja sogar Autos und Straßenbahnen mitreißt, beschert dem ganzen Land eine "Ausgangssperre". Muss Nono seine Fiesta absagen? 

 

Deutschsprachige Erstaufführung bei den Salzburger Festspielen 2023, Regie: Joachim Gottfried Goller.

Deutsche Erstaufführung am Theater an der Parkaue Berlin, 23.9.2023, Regie: Ebru Tartici Borchers.

Die Übersetzung war möglich dank eines Arbeitsstipendiums des Deutschen Übersetzerfonds.

Gwendoline Soublin und Corinna Popp erhielten für "Fiesta" gemeinsam den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2024.

Die Aufführungsrechte werden vertreten von Felix Bloch Erben.


Und alles (Titel im Original: Tout ça tout ça).

Theaterstück für junges Publikum (9+) von Gwendoline Soublin

Übersetzung: Corinna Popp

 

Ehsan liebt Fernsehen – vor allem die Kurznachrichten. Doch die andauernde Berichterstattung über Kriege, Umweltverschmutzung und dekadente Präsidenten setzt ihm ganz schön zu. Er muss weg. Er braucht dringend eine Pause und bringt damit seine Babysitterin Samantha ziemlich ins Schwitzen. Die muss nämlich überraschend feststellen, dass nur noch die kleine Schwester Chalipa zu Hause ist. Und wo ist Ehsan eigentlich? Hat er sich etwa in den familieneigenen Bunker eingeschlossen? Gemeinsam mit dem kleinen Nachbarsjungen Nelson und Samanthas Freund Salvador versuchen sie, ihn mit "guten Nachrichten" herauszulocken ...

 

Gwendoline Soublin und Corinna Popp erhielten für "Und alles" den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2022 sowie den Deutschen Kindertheaterpreis 2022. Letzterer wurde damit erstmalig an eine Übersetzung vergeben.

Der deutsche Text ist abgedruckt im Band "Scène 22 - Neue französischsprachige Theaterstücke" (Theater der Zeit) sowie in "Spielplatz 38" (Verlag der Autoren).

Die Aufführungsrechte werden vertreten von Felix Bloch Erben.


Versagen 

Von Blandine Bonelli (Titel im Original: Défaillances)

 

Damien ist in Not. Seine Familie zerbricht, weil Mama zerbricht. Und so wird er in die Obhut des französischen Jugendamts gegeben. Der Parcours der institutionellen Fürsorge beginnt und mit ihm die Frage danach, wie geholfen werden kann. Neben Damien werden auch andere Antihelden durch die Staatshilfe aufgefangen – weitere Kinder und Mütter, die nicht verstehen, warum sie ihr gewohntes Leben nicht weiterführen können, warum ihre Liebe, warum ihr Bemühen um Anschluss nicht gesehen werden, und die dennoch dringend Hilfe benötigen. Aber nicht nur sie: auch auf »der anderen Seite« – der bürokratischen, der akademischen, der geregelten – entgleisen Sekretärinnen, Sozialarbeiter, Leiterinnen selbst. Im fast unmerklichen Schwenk vom vermeintlich Problembehafteten zum vermeintlich Durchschnittlichen liegt der leise Verweis auf eine systemische Überforderung des Einzelnen. Hilflosigkeit ist keine Milieufrage.

 

Szenische Lesung als Videoaufzeichnung, 14. Festival Primeurs 2020 (digitale Edition).

Von Blandine Bonelli (Frankreich) | Übersetzung Corinna Popp  

Regie Bettina Bruinier | Dramaturgie Horst Busch 

Mit Eva Kammigan, Anne Rieckhof; Jan Hutter, Silvio Kretschmer 

Videoregie Grigory Shklyar | Produktion Saarländisches Staatstheater

Interview mit der Autorin Blandine Bonelli im Rahmen des Festivals Primeurs 2020 hier.


© Andrea Kremper (Festival Primeurs 2018)
© Andrea Kremper (Festival Primeurs 2018)

 

Pig Boy 1986 - 2358. Replay der Menschwerdung

Theaterstück von Gwendoline Soublin

Übersetzung: Lydia Dimitrow, Andreas Jandl & Corinna Popp

 

Drei Episoden einer modernen Tierfabel: Schweine-Junge, Schweine-Prozess, Schweine-Utopie. Drei Schauplätze, an denen Sinnsuche, Massengesellschaft und Ethik zusammenfließen zu Betrachtungen unserer Zeit. Ein Junge, der davon träumt, ein Cowboy zu sein, anstatt den väterlichen Mastbetrieb zu erben und damit in die Zeit der repressiven Haltungsmethoden und unmenschlichen Arbeitsbedingungen zu schliddern. Der Gerichtsprozess der zweiten Episode um das hedonistische Schwein »Pig Boy«, das intimen Kontakt mit einem Menschen pflegte, führt hinein in eine hysterische, medial gesteuerte Virtual-Society. In der dritten Episode träumt eine Sau, die lebenslang menschliche Embryos austragen muss, von der Freiheit, die sie auf der anderen Seite der Tür erwartet würde – das Exit-Schild steht für Neuanfang. 

Zwischen Science Fiction, Kunstsprache und sehr konkreter Gegenwart angesiedelt, findet die Autorin Gwendoline Soublin aufrüttelnde literarische Bilder für die zentrale Frage, wie frei der Mensch wirklich ist. (Text: Bettina Schuster-Gäb zum Festival Primeurs 2018).

Werkstattinszenierung in deutscher Sprache im Festival Primeurs am Samstag 24.11.2018 | Alte Feuerwache, Saarbrücken, Regie: Matthias Mühlschlegel

Deutschsprachige Erstaufführung am Theater Plauen-Zwickau, 30.3.2022, Regie: Charlotte Sofia Garraway. Interview dazu hier.

Hörspielproduktion des NDR 2021, Regie: Susanne Janson.

Die Aufführungsrechte werden vertreten von Felix Bloch Erben.